Eröffnung: 08.07.2026, 19:00 Uhr
Ort: Die Pforte, Danziger Straße 101/103/105, 10405 Berlin
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 16:00 – 21:00 Uhr
Die Pforte zeigt mit Spitzen Rauschen eine ortsspezifische Installation von Victoria Sarangova. Die Künstlerin befragt Klänge und visuelle Erscheinungen aus Vergangenheit und Gegenwart des Ernst-Thälmann-Parks.
Die Installation besteht aus Spitzengardinen und einer mehrkanaligen Klanginstallation, die durch ihre künstlerische Vorgehensweise miteinander korrespondieren: Material aus Bildern und Klängen wurde gesammelt, zerschnitten und wieder neu zusammengesetzt.
Die textilen Arbeiten sind aus wiederverwendeten Spitzenstoffen gesampelt und zusammengefügt. Sie verweben historische Ereignisse mit der Funktion der Gardine: ein Stück Stoff, das Blicke und Geräusche filtert, eine Schwelle zwischen privatem und öffentlichem Leben. Licht und Klang bewegen sich durchlässig und vermischen die Grenzen zwischen draußen und drinnen.
Für die Klanginstallation hat Sarangova Stimmen und Geräusche aufgenommen: Sie hat mit Bewohner:innen gesprochen, hat Türen schlägen, Treppenhäuser atmen, Kinder spielen, Bauarbeiter klopfen gehört. Kombiniert hat die Künstlerin diese Töne mit Teilen aus historischen Rundfunkbeiträgen mehrerer Jahrzehnte. Die Journalist:innen von damals fragten nach dem guten Leben im neuen Quartier, nach Sonne, Balkonen, modernen Wohnungen. Historische und gegenwärtige Aufnahmen überlagern sich, antworten einander oder bleiben offen, aufgebrochen wie eine filigrane Spitze.
Zwischen den Stimmen liegt die Zeit, die sie trennt. Sarangovas Installation „Spitzen Rauschen“ befragt die politischen Versprechen der Vergangenheit und die Unsicherheiten der Gegenwart.
Kurator: Zhijian Lyu
Domesticity ist ein dreiteiliges Ausstellungsprojekt, das von Lars Holdgate (Galerie Parterre), Zhijian Lyu (Prater Galerie) und Cara Michel (Galerie Pankow) konzipiert und kuratiert wird. Drei unterschiedliche künstlerische Positionen setzen sich mit dem Domesticity-Begriff auseinander, um Interpretationen seiner Bedeutungen fühlbar zu machen.