In dieser Publikation widmet sich Dr. phil. Andreas Butter, der an der Stiftung Bauhaus Dessau zur Stadt-, Architektur- und Designgeschichte forscht, ausführlich der Architektur- und Kulturgeschichte der Freilichtbühne im Berliner Pratergarten. Die Bühne entstand Ende der 1950er Jahre im Zuge der Umgestaltung des Praters zu einem zeitgemäßen Sport- und Kulturzentrum für den Arbeiterbezirk, nachdem die bestehenden Anlagen zunehmend erneuerungsbedürftig geworden waren. Entworfen von den Architekten Wladimir Rubinow und Udo Schultz, ist sie mit ihrer dynamischen Form ein besonders gelungenes Beispiel der Nachkriegsmoderne. Anders als im allgegenwärtigen industriellen Wohnungsbau der DDR war bei Kulturbauten ein gewisses Maß an Eigenwilligkeit möglich. Diese zeigt sich auch in anderen bekannten Werken Rubinows, etwa in der Stadthalle in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz.
Die dynamische Gestaltung der Bühne ermöglichte eine stärkere Einbeziehung des Publikums in die Aufführungen und machte sie zu einem vielseitig nutzbaren Veranstaltungsort. Mit Veranstaltungen für alle Generationen entwickelte sie sich zu einem offenen und lebendigen Kulturort. Ausgehend von seinen Forschungen zur Stadt- und Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts beleuchtet Butter die architektonische Gestaltung der Bühne und ihre besondere Bedeutung für die Kulturgeschichte des Praters.
Rhythmus und Schwung – ein gebautes Versprechen. Die Freilichtbühne im Berliner Pratergarten erscheint in der Reihe ›Prater Perspektiven‹, die von der Prater Galerie anlässlich der Wiedereröffnung des Praters und der kommunalen Prater Galerie nach einer umfassenden Sanierung ins Leben gerufen wurde.
5 Euro (Förderpreis)
Alle Publikationen können zu den regulären Öffnungszeiten in der Galerie erworben werden. Bestellungen per E-Mail sind ebenfalls möglich: info@pratergalerie.de